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10 skurrile Infos über Sebastian Kneipp

1. Sebastian Kneipp – schon damals eine Marke

Kurios: Schon zu Sebastian Kneipps Lebzeiten (1821-1897) im 19. Jahrhundert nutzte man seinen Namen für allerhand Franchise-Produkte: So warb ein Schuster im Ottobeurer Wochenblatt mit Kneipp-Sandalen, ein Lebensmittelhändler bot „Kneipps Gesundheits-Kräuter-Magen-Likör“ an.

2. Wenn man Kneipp den Marsch bläst

Es gibt ein eigenes Pfarrer-Kneipp-Marsch-Lied, das ist manchen bayrischen Schulen bis ins 20. Jahrhundert gesungen wurde. Im Text heißt es u. a. „Wer lang und gesund will leben, der muss folgen Pfarrer Kneipp/muss dem Wasser sich ergeben, um zu stärken seinen Leib“ und weiter „Früh aufstehen, barfuß gehen, Wiesen laufen, kost’s auch Schnaufen/Unterguss, Oberguss, husch, husch, husch.“

3. Sebastian Kneipps heimliche Wasseranwendungen

Da Sebastian Kneipp während seiner Ausbildung zum Pfarrer nicht auf seine Wasseranwendungen verzichten wollte, kletterte er nachts heimlich aus dem Fenster und übergoss Arme und Beine mit kaltem Wasser aus der Gießkanne. So entstanden die heute weit verbreiteten Arm-, Bein- und Kniegüsse.

4. Audienz beim Papst

Sogar ein Oberhaupt der katholischen Kirche ließ sich von Pfarrer Sebastian Kneipp behandeln: Papst Leo XIII holte den damaligen Prälaten zu einer Audienz zu sich, erhielt Tipps zu seinen Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten und genoss die kalten Waschungen des deutschen Gesundheitspioniers.

5. Ohren-Diagnose

Sebastian Kneipp beurteilte den Gesundheitszustand der Menschen – vor allem jener im fortgeschrittenen Alter – oft über deren Ohren. „Wenn das Herz noch so viel Kraft besitzt, um das Blut noch in die feinsten Äderchen der entlegensten Körperteile zu treiben, dann stehts um die Gesundheit noch gut. Wenn bei alten Leuten daher die Färbung der Ohren noch rosarot ist, so ist dies ein gutes Zeichen für Gesundheit und Körperkraft“, soll er gesagt haben. Blasse, schlaffe Ohren seien dagegen ein Hinweis auf mangelnde Körperkraft.

6. Gleiche Anwendung, unterschiedliche Wirkung

Zu Kneipps Lebzeiten machte man sich teilweise darüber lustig, dass er bei seinen Anwendungen je nach Tageszeit unterschiedliche Effekte beschrieb. Heute weiß man, dass Sebastian Kneipp damit aber richtig lag: Ein kaltes Fußbad wirkt morgens beispielsweise belebend, abends beruhigend. Der biologische Grund dahinter ist, dass der Körper je nach Tageszeit seine Temperatur unterschiedlich reguliert und dadurch morgens auf Kälte anders reagiert als abends.

7. Die erste Burn-out-Diagnose

Schon im 19. Jahrhundert diagnostizierte Sebastian Kneipp übrigens ein Burn-out, allerdings natürlich noch nicht mit diesem Begriff. Er erklärte, dass „Menschen, welche oft den lieben langen Tag mit angestrengter Kopfarbeit zubringen und hierin des Guten zu viel tun“, unter vielen Beschwerden leiden können. Dazu zählte er gedrückte Stimmung, Kraftlosigkeit, Müdigkeit und Schlaflosigkeit.

8. Nicht nur Pfarrer, sondern auch Landwirt

Da auch die Ernährung einen wesentlichen Bestandteil der Lehren von Sebastian Kneipp bildet, ist es nur naheliegend, dass er selbst auch in der Landwirtschaft tätig war. Er etablierte beispielsweise die wechselnde Bepflanzung von Feldern und kultivierte verschiedene Obstbäume.

9. Für Sebastian Kneipp unumstritten: die Milch

Heute als oft umstrittenes Lebensmittel gesehen, gab es für Sebastian Kneipp keine Zweifel: Milch war das wichtigste Lebensmittel. Er empfahl, sie nicht zu trinken, sondern wie eine Speise zu löffeln, und auch ausreichend Topfen zu essen.

10. Eisbäder: wieder im Trend

Sebastian Kneipp heilte seine Tuberkulose, indem er mehrmals wöchentlich ein Bad in der winterlich-eiskalten Donau nahm. Heute erlebt das Eisbaden ein Revival – allerdings wird davon abgeraten, ohne Vorbereitung ins eiskalte Wasser zu springen. Auch Sebastian Kneipp wurde im Laufe seines Lebens „milder“ und empfahl später statt dem Bad im eiskalten Wasser nur noch die kühlenden Arm- und Beingüsse.

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